RSO, Nuklearmedizinische Therapie bei Gelenkschmerzen
Im Rahmen dieser nuklearmedizinischen Therapie erfolgt eine Injektion von radioaktiven Substanzen in das schmerzhafte Gelenk. Die abgegebene Strahlung (Beta-Strahlung) hat nur eine geringe Reichweite im Gewebe, entfaltet aber eine hohe lokale Wirkung unter Schonung des umgebenden Gewebes.
Die Radiosynoviorthese (RSO) ist eine wirksame, seit Jahrzehnten bewährte nuklearmedizinische Methode zur Behandlung entzündlicher Veränderungen im Rahmen degenerativer oder rheumatischer Gelenkerkrankungen. Durch eine lokale Strahlenanwendung im Gelenk wird der Entzündungsprozess der Gelenkinnenhaut (Synovia) gestoppt.
Therapie-Effekte:
- Schmerzlinderung
- Verbesserung der Beweglichkeit
- Erhalt der Gelenkfunktion
- Reduzierung der Schmerzmedikation
Durch die geringe Eindringtiefe der Strahlung (Beta-Strahler) von 0,3–4 mm ist die Wirkung auf das therapierte Gelenk beschränkt.
Gezielte RSO-Therapie an allen Extremitäten-Gelenken im ZRN Leipzig
Bewährte Indikationen sind:
- rheumatische Gelenkerkrankungen
- entzündlich aktivierte Arthrosen
- Hämophiliearthropathie
- chronische Entzündungen nach Gelenkersatz
Vorbereitung
Das Ausmaß einer Entzündung der Gelenkinnenhaut wird vor der Therapie mittels Mehr-Phasen-Skelettszintigraphie und Sonographie, ggf. MRT objektiviert. Im Rahmen eines Aufklärungsgespräches erörtern wir mit Ihnen Funktionsweise, Ablauf sowie Vor- und Nachteile der Therapie.
Durchführung
Unter sterilen Bedingungen wird das Gelenk punktiert, die richtige Lage der Nadel unter Röntgen-Durchleuchtung überprüft, ggf. durch die Injektion einer kleinen Menge Kontrastmittel kontrolliert. Anschließend injizieren wir die gering radioaktive Substanz in den Gelenkzwischenraum. Nach Anlage eines sterilen Wundverbandes wird mit einer Verteilungsszintigraphie die einwandfreie Verteilung des radioaktiven Medikaments im Gelenk dokumentiert.
Nachsorge
Nach der Therapie sollten die behandelten Gelenke für 48-72 Stunden ruhiggestellt werden. Bei der Behandlung von Gelenken der unteren Extremitäten sind zusätzlich Gehilfen als Entlastung notwendig. Die Wirkung der RSO tritt mit einer deutlichen Verzögerung (meist 6-12 Wochen, manchmal bis zu 9 Monate) in Abhängigkeit von der Gelenkgröße ein. Eine Wiederholung der Therapie ist möglich. Nach ca. 3 Monaten erfolgt eine Nachuntersuchung in unserer Praxis.
Dieses Therapieverfahren erfolgt ambulant und ist Bestandteil des Leistungskataloges der gesetzlichen Krankenversicherung. Im Anschluss an die Behandlung können Sie nach Hause gehen. Da alle nuklearmedizinischen Verfahren mit einer – wenn auch nur geringen – Strahlenbelastung verbunden sind, dürfen sie nur durchgeführt werden, wenn keine Schwangerschaft vorliegt.